Joachim Secker, CEO GE Capital Deutschland, zum Thema Eigenkapital und warum Mittelstand und Finanzindustrie wieder stärker zusammenfinden sollten
Der deutsche Mittelstand ist nach wie vor das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Das zeigen die Ergebnisse unserer neuesten Studie „CAPEX-Report": Insgesamt planen Mittelständler in den kommenden zwölf Monaten mit einem Investitionsvolumen von 136 Mrd. Euro -- eine gute Nachricht. Im Rückblick werfen sich aber Schatten über dieses Bild: In unserer letztjährigen CAPEX-Erhebung planten die Mittelständler noch Investitionen in einer Gesamthöhe von 163 Mrd. Euro. Realisiert wurden davon 105 Mrd. Euro. Noch nie seit Anfang unserer Erhebungen lagen die Zahlen geplanter versus tatsächlich getätigter Ausgaben derart weit auseinander. Gleichzeitig geben die Mittelständler insgesamt weniger Gründe an, die sie von neuen Investitionen abhalten würden. Was also ist die Herausforderung?
Betrachtet man, auf welche Finanzierungsmittel der Mittelstand bei seinen Investitionen vertraut, zeichnet sich ein klares Bild: Für 55 Prozent der befragten Unternehmer ist Eigenkapital die Investitionsquelle Nummer eins. Im letzten Jahr lag diese Zahl noch bei 40 Prozent -- ein massiver Anstieg. Vor allem die ganz kleinen Betriebe (zwei bis neun Mitarbeiter) scheuen sich, auf Fremdkapital zurückzugreifen: Hier liegt die Zahl sogar bei 66 Prozent (2013: 45 Prozent). Im internationalen Vergleich wird das Bild noch deutlicher. Im Durchschnitt wollen 41 Prozent der befragten Mittelständler in den Märkten Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Polen, Tschechien und Ungarn aus Eigenkapital investieren. Diesen Trend untermauert auch die Tatsache, dass der klassische Kredit massiv an Vertrauen eingebüßt hat. In dem Fall ist ein Rückgang von 14 Prozentpunkten zu verzeichnen (25 Prozent auf 11 Prozent). Alternative Finanzierungsprodukte wie beispielsweise Leasing (16 Prozent; 2013: 18 Prozent) genießen vergleichsweise konstantes Vertrauen und liegen damit erstmals als Mittel der Wahl vor dem Kredit der Hausbank.
Sicher ist es begrüßenswert, wenn sich der Mittelstand auf sein Eigenkapital konzentriert und sich damit auf klassische „deutsche Unternehmertugenden" besinnt: sicherheitsorientierte Investments sowie Konsolidierung des Geschäftsbetriebes statt blindem Aktionismus. Daran ist nichts falsch -- teilweise stehen diese Werte auch für das Vertrauen, das deutsche Unternehmen als Arbeitgeber und Geschäftspartner genießen.
Dennoch: Der Mittelstand muss weiter investieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die von uns befragten Mittelständler geben an, dass sie im Laufe des letzten Jahres durch nicht getätigte Investitionen Einnahmen in Höhe von insgesamt 17,9 Mrd. Euro nicht realisieren konnten - im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg von 52 Prozent. Diese verhaltene Investitionslaune bringt also verstärkt Einbußen mit sich, die wiederum die Sicherung der Eigenkapitaldecke gefährden. Und gerade bei wirtschaftlichen Rückschlägen sind eigene Reserven überlebensnotwendig.
Wie schaffen es Anbieter alternativer Finanzierungslösungen, das scheinbar angeschlagene Vertrauen der Unternehmer zurückgewinnen? Das geht nur, wenn wir uns unseren Kunden und deren Bedürfnissen weiter nähern. Im Dialog und auf Augenhöhe. Wir müssen verstehen, wo die individuellen Bedürfnisse liegen und dafür passende Lösungen anbieten. Im Rahmen unserer Initiative „Access GE" beispielsweise, machen wir unseren Kunden das umfangreiche Know-how und die Expertise unseres Mutterkonzerns GE verfügbar. Wir bieten den Austausch mit Experten zu Themen wie Innovation, Effizienz oder Personal -- losgelöst vom Finanzierungsgeschäft.
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GE Capital bietet als Partner mittelständischer Unternehmen ein breites Angebot an Produkten und Dienstleistungen u. a. in den Bereichen Factoring, Leasing, Investitionskredit, Lagerfinanzierung und Fuhrparkmanagement an. Als Teil des GE-Konzerns verbindet GE Capital die Vorteile eines Global Players mit jahrzehntelanger Expertise und exzellenten Kenntnissen des deutschen Marktes. Kunden von GE Capital profitieren von dem immensen Know-how, dem Erfahrungsschatz und der Finanzkraft des Gesamtkonzerns. Unser hersteller- und bankenunabhängiges Produktportfolio erlaubt uns eine neutrale Beratung, welche immer individuell auf die Märkte und Bedürfnisse unserer Kunden zugeschnitten ist.
Birgit Gehring
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